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Geboren worden ist Hendrik 1974 in Osnabrück. Zwei Jahre später hat er einen kleinen Bruder bekommen, was ihm zunächst als nur wenig vorteilhaft erschien, da er zukünftig den Nachtisch nicht mehr für sich allein hatte, sondern ihn mit Simon, so heißt das Blag, teilen mußte. Aber schon bald stellten sich die Vorteile der neuen Situation heraus. So hatte er ja nun jemanden, mit dem er die ökonomischen Probleme des Exporthandels und die Kommerzialisierung der modernen Kunst diskutieren konnte. Nicht zuletzt hatte er auch jemanden, dem er das Geschirrhandtuch bei Oma in die Hand drücken konnte, um “Wichtigeres” zu erledigen und auf den er mit dem nackten Zeigefinger zeigen konnte, wenn eine Fensterscheibe mittels eines Fußballs der Atomisierung etwas näher gebracht worden ist; das Verbot, mit dem nackten Zeigefinger auf angezogene Menschen zu zeigen wurde erst 1979 in die Genfer Menschenrechtskonvention aufgenommen, wobei es in den U.S.A. bis heute nicht ratifiziert worden ist. Seine Einschulung in die Herrenteichswall Grundschule empfand Hendrik durchaus als Bereicherung. Der Schulweg war damals so kurz, wie man es sich nur wünschen konnte: Einfach über die Straße gehen. Die Nachteile bestanden aber darin, daß man vom Klassenzimmer aus die Fenster der feudalen Stadtwohnung der Riehemanns sehen konnte und der kleine Bruder, den die Schulpflicht erst zwei Jahre später in ihren Würgegriff bekommen sollte des häufigeren zur Belustigung der gesamten Klasse Hendriks am Fenster zeigte, in welcher Kleidung er auf die Welt gekommen war. Und natürlich konnte auch der Erzeuger sehen, ob Hendrik sich anständig benahm. Das führte bereits sehr früh dazu, daß Hendrik sich als der vorbildliche Schüler beweisen mußte, für den ihn sämtliche Lehrer schätzen lernten, die noch heute in den umliegenden Nervenheilanstalten auf Genesung hoffen. Besonders mochten ihn immer sein Deutschlehrers mögen tun. Theater hat Hendrik schon sehr früh sehr viel gemacht, aber Theater spielen durfte er das erste Mal in der Turnhalle der Grundschule. Da entdeckte er ohne Bühne aber schnell die Liebe zur Selbigen. Sport war ihm damals schon eher unangenehm und auch die Menschen, die diesen unterrichteten oder an ihm begeistert teilnahmen ein wenig suspekt. Musik hat ihn immer schon begeistert. Aufgewachsen ist er mit der klassischen Musik bei der Großmutter, mit der er oft auch schon als Kind Konzerte des Symphonie-Orchesters besuchte. Seine Lieblings-Oper war “Carmen” vom Erfinder des gleichnamigen Gebäcks. Diese war im Übrigen auch Hendriks erste (Lieblings-)Schallplatte! Die Symphonie Nr. 5, op. 67 in c-moll von Ludwig Beethoven konnte er über weite Teile auswendig dirigieren. Damals eben noch zur Schallplatte, einige wissen vielleicht noch, was das ist. In der Wohnung gab es damals Dielen und wenn man zu schwungvoll über jene schwebte, konnte es zum Springen der Nadel kommen. Das ist ja heute zum Glück alles viel moderner...da springt dann ein Laser. Angefangen hat die musikalische Laufbahn natürlich mit echten Volksliedern, damit ist nicht der akustische Sondermüll gemeint, den sich heute die im Rentenalter befindlichen Bildzeitungsleser nach reichlichem Genuß von Bier und Wein beispielsweise von blasfreudigen Trompetern namens Patrick Lindner oder so vorspielen lassen. Vielmehr sind so Sachen wie „Alle Vögel sind schon da“ ......na ja, Ihr wißt schon.... Das wurde dann auf der obligatorischen Sopran-Blockflöte in C ausgeweitet. Schon damals dachte Hendrik nicht daran zu üben und hat es trotzdem geschafft richtig super mittelmäßig zu spielen. Naja, die Flöte war der typische Indikator zum Feststellen, ob der Junge auch dabei bleibt. Da er das dann schließlich bewiesen hatte, wurde es Zeit für ein Klavier. Auch dieses wurde von Hendriks Großmutter angeschafft, der Lehrer von Ihr bezahlt und die Noten und überhaupt muß an dieser Stelle mal gesagt werden, daß Hendrik heute ohne seine Großmutter nichts wäre. Sie hat ihn großgezogen, nachdem seine Mutter zunächst den Erzeuger und die beiden Brüder verlies, als Hendrik sieben Jahre und Simon fünf Jahre alt war, und schließlich aus Gründen, die beide bis heute nicht wissen 1985 starb, als Hendrik zehn Jahre alt war. Sie hat die beiden betreut, erzogen und vor allem gefördert. Egal, was Hendrik angefangen hat und wie wenige eine doch schon etwas ältere Frau für einiges davon an Verständnis aufbringen konnte, sie hat ihn immer unterstützt und gefördert; sie hat ihn seinen Weg gehen und machen lassen. Das ist unbeschreiblich und unvergleichlich und nicht wieder auszugleichen... Mehrere Lebensabschnittsparterinnen des Erzeugers haben daraufhin in stetem Wechsel dazu beigetragen, daß Hendrik genug leiden mußte, um schließlich zu einer Künstlernatur heranzuwachsen. Das Klavier liebte Hendrik sofort und es blieb dabei; es bot ihm gute Möglichkeit zur Kompensation. Bis Hendrik 16 Jahre alt war, hat er ausschließlich klassische Musik gehört und gespielt. Viele Jahre besuchte er regelmäßig die Konzerte der Osnabrücker Symphoniker. Wer ihn heute kennt, wird es kaum glauben, aber nachdem er die Hausaufgaben gemacht hat, saß er oft in seinem Zimmer, hörte sich NDR 1 Radio Niedersachsen oder NDR 3 (heute „NDR Kultur“) an und ordnete Briefmarken in eines seiner Alben ein. Obwohl er von einem Freund an Elvis Presley und die Beatles herangeführt wurde, zündete kein Funke. Die erste Leidenschaft im Bereich Pop-Musik erwachte, als er FALCO kennenlernte. Intensiv hörte, studierte Hendrik geradezu die Musik, den Habitus und die Texte des Österreichers. Diese Musik versteckte er zu Hause lange, weil er sie für sich als peinlich und inadäquat ansah. Mitschülern und Freunden gegenüber machte er allerdings kein Geheimnis daraus. Dieser Musikgeschmack war damals allerdings schon etwas obsolet und rief Ablehnung hervor. Trotzdem oder gerade deswegen pflegte er diese Leidenschaft fleißig weiter. Er hatte JEDE Platte des Falken als CD, MC und Schallplatte und kannte ALLE Texte auswendig. Anläßlich eines Austausches mit Schülern aus Frankreich zogen die Mitschüler Hendriks und er nachts um die Häuser und waren ausgelassener Laune. Als Hendrik aus einer Laune heraus den Hit „Jeanny“ anstimmte, fielen mehrere Mitschüler und Mitschülerinnen ein. Anschließend bemerkte eine Mitschülerin von Hendrik lakonisch, das man ihm eins lassen müsse: Singen kann er! Sich dessen bis dahin in keiner Weise bewußt, grub sich diese Bemerkung bei Hendrik tief ein und er begann sich stimmlich auszuprobieren und übte Singen....das war auch bitter nötig. Die ersten Versuche waren grausam, aber einmal auf die Idee gekommen, da könnte was gehen, ließ er sich nicht beirren. Nachdem er dann etwas später doch noch seine Leidenschaft für Elvis und noch später für die Beatles entdeckte, sang er viele ihrer Hits nach und begann einige Stücke auf dem Klavier zu spielen. Pop-Musik und Rock’n’Roll, sowie erste Jazz-Musik hielten Einzug. Fats Domino, Bill Haley, Little Richard, Chuck Berry und Glen Miller wurden rauf und runter gehört. Die CDs wurden aus der städtischen Bibliothek entliehen und immer wieder verlängert; damals konnte man eben noch nicht brennen, aber auf Kassette überspielen und – heute nur noch sehr selten gemacht – aus dem Radio aufgenommen werden. Als er eine alte und billige Wandergitarre geschenkt bekam, brachte sich Hendrik das Gitarrespielen selbst bei und übte täglich. Erste einfache Eigenkompositionen entstanden. Das erste Mal am Schlagzeug saß Hendrik in der Realschule. Ein Musikraum war nicht verschlossen und ein Schlagzeug dort aufgebaut. Hendrik nahm die Sticks und spielte eine Viertelstunde. Als seine Lehrerin den Kopf durch die Tür steckte rechnete er mit einem gehörigen Anpfiff. Aber diese fragte nur, seit wann er denn Schlagzeugunterricht nehme. Die Antwort verblüffte die Lehrerin. Hendrik antwortete selbst etwas erstaunt, daß er das erste Mal im Leben am Schlagzeug sitze. Von da an nahm er jedes Mal um die selbe Zeit einmal in der Woche die Gelegenheit wahr um wenigstens 15 Min. an dem Set zu spielen. Das war während der Pause, bevor die anderen Mitschüler zum Unterricht in den Raum kamen. Schließlich gründete er seine erste Band. Schnell waren interessierte Freunde gefunden, die ihre Instrumente allerdings kaum oder gar nicht beherrschten. Da Hendrik mittlerweile Gitarre, Schlagzeug und Baß spielen konnte, brachte er seinen Freunden die Instrumente kurzerhand bei. Die ersten Proben glichen mehr einem Gruppenunterricht, als wirklichen Proben. Aber die Gruppe machte Fortschritte und begann Beatles-Stücke nachzuspielen. Auch die ersten Eigenkompositionen gehörten zum Repertoire. Ihre ersten Auftritte absolvierte die Truppe auf der Maiwoche in Osnabrück. Es existieren noch einige Video-Mitschnitte, die aber tief und weit hinten verschlossen wurden; aus gutem Grund! Aber es ging weiter. Es folgten weitere Gruppen, in denen Hendrik Keyboard spielte, sang und Gitarre spielte. Auch die erste Gruppe, in der er Schlagzeug spielte, ließ nicht lange auf sich warten. Eine zeitlang spielte und sang Hendrik in fünf verschiedenen Bands gleichzeitig. Natürlich waren das alles keine Genie-Schmieden, obwohl einige sehr gute Musiker und Sänger und Sängerinnen Hendriks Weg dort kreuzten. Aber die Erfahrungen waren mannigfaltig und sehr wichtig. Wer ein guter Künstler sein möchte, muß vor allem viel üben und noch mehr Erfahrungen sammeln. Das fehlt den meisten, die heute versuchen über kurze Wege zu Erfolg und gar zu Ruhm zu kommen.
...to be continued - Fortsetzung folgt!
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